24. November 2010
Dr. Maria Flachsbarth (MdB), ordentliches Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit des Deutschen Bundestages und Vorsitzende des 1. Parlamentarischen Untersuchungsausschusses Gorleben
Martin Bäumer (MdL), umweltpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Niedersächsischen Landtag
Dipl-Ing. Gerhard Meindertsma, Geschäftsführer der Fa. WestWind Projektierungs GmbH & Co. KG, Kirchdorf
Gerd Pommerien, Geschäftsführer der Fa. AS Solar GmbH, Hannover
Frank Stoppa, Verband für Wärmelieferung e.V., Hannover
Die Moderation hat Udo Sahling, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur der Region Hannover übernommen.
Zu dieser interessanten Diskussionsrunde konnte der Stadtverbandsvorsitzende Jürgen Kelich viele interessierte Bürger begrüßen. 
Herr Sahling führte sehr anschaulich in die komplexe Materie ein und leitete den Diskussionsabend gekonnt.
Frau Dr. Flachsbarth erläuterte das Energiekonzept der Bundesregierung und machte deutlich, dass stabile Rahmenbedingungen für Energieerzeuger und –verbraucher bis in das Jahr 2050 unerlässlich sind. Die wichtigsten Aufgaben der Politik erklärte sie anhand von 5 Stichworten: Netzstabilität, Energieeffizienz, Finanzierbarkeit der Energie, Energiesicherheit und Verkehrsmobilität. Die Förderung und der Ausbau der regenerativen Energien ist das nachhaltige Ziel, die Atomenergie bleibt für eine bestimmte Zeit noch die notwendige Brückentechnologie.
Herr Bäumer erläuterte die Bedeutung und die Herausforderung des Energiekonzepts für die Landespolitik. Er bemängelte den schleppenden Netzausbau und forderte z.B. von VW kreative Ideen für „andere“ Autos.
Herr Pommerien reflektierte die Auswirkungen des Energiekonzepts für die Solarenergie-Produzenten. Er kritisierte, dass der Photovoltaik nicht die angemessene Bedeutung beigemessen wird. Im Hinblick auf die Atomenergie wies er darauf hin, dass die Uranvorkommen endlich seien und die Förderung immer teurer würde.
Herr Meindertsma sieht das Konzept der Regierung für die Windenergieproduzenten mit gemischten Gefühlen. Er bemängelte, dass die Energieeinspeisung aus den Klein-Windkraftanlagen in die Netze fast nicht mehr möglich ist. Auch er kritisierte den schleppenden Ausbau der Netze.
Herr Stoppa sieht Licht und Schatten in der zukünftigen Energiepolitik. Die Kraft-Wärme-Kopplung wird ignoriert. Im Bereich der Energiedienstleistungen werden Chancen nicht genutzt.
Die Fragen aus dem Publikum wurden von den Diskussionsteilnehmern umfassend beantwortet. Im Mittelpunkt standen Fragen zur Entwicklung der Energiekosten, zum Netzausbau, zur Versorgungssicherheit und natürlich auch zur Atomenergie und zur Endlagerfrage.
Als Ergebnis des Abends kann festgehalten werden, dass sich die Energiekosten für die Verbraucher wahrscheinlich verteuern werden und der Energieverbrauch besser gesteuert werden muss. Bei den regenerativen Energien gilt es, einen Widerspruch zu überwinden. Viele Bürger fordern die vermehrte Produktion regenerativer Energien. Aber auch viele Bürger möchten die Kraftwerke, Windkraftanlagen, etc. aus unterschiedlichsten Gründen nicht in ihrer unmittelbaren Nähe haben. Hier sind Erzeuger und Verbraucher aufgefordert, einen Konsens zu finden.
Die interessante Podiumsdiskussion war der Auftakt zu einer Reihen von öffentlichen Veranstaltungen, zu denen der CDU Stadtverband Lehrte die Bürger einladen wird.