Sie sind hier: Startseite Aktuelles Presse HAZ-Bürgermeisterkandidat Björn Rust

Anzeiger für Lehrte und Sehnde vom 3.9.2011PDF-Button

Die Bürgermeisterkandidaten für Lehrte – Heute: Björn Rust

Er möchte eigene Fußstapfen setzen

Das Interview: Der Christdemokrat setzt auf Diplomatie, einen unverbauten Blick und seine große Chance

Bei der Bürgermeisterwahl in Lehrte wird Björn Rust für die CDU kandidieren. Unser Redakteur Achim Gückel hat sich mit dem 38-Jährigen unterhalten.

Herr Rust, Ihre Kandidatur kam für manche Lehrter überraschend. Waren Sie überrascht, als Sie bei der parteiinternen Kür den Stadtverbandsvorsitzenden Jürgen Kelich hinter sich ließen?

Überrascht war ich nicht. Als Sportler möchte ich immer gewinnen, würde allerdings nie in ein Match gehen, wenn ich ohne jegliche Chance wäre. Ich glaube, es war Jürgen Kelich und mir klar, dass es knapp werden würde. Wir können aber beide stolz darauf sein, dass wir mehr als 170 Mitglieder zur Stichwahl mobilisieren konnten.

Sie sind der Jüngste unter den drei Bürgermeisterkandidaten Lehrtes. Ist das ein Vorteil?

Die Anzahl der Lebensjahre sehe ich jedenfalls nicht als Nachteil.Ich denke, dass ich dadurch auch jüngere Wähler motivieren kann, sich Gedanken über Kommunalpolitik zu machen und schließlich zur Wahl zu gehen. Unser Ministerpräsident, David McAllister, ist im Übrigen auch nur ein Jahr älter.

Die Fußstapfen, die Jutta Voß im Rathaus hinterlässt, sind groß. Können Sie die ausfüllen?

Ich habe Schuhgröße 44! Außerdem stellt sich die Frage, ob man in die gleichen Fußstapfen treten muss oder ob es nicht authentischer ist, seinen eigenen Weg zu gehen. Das traue ich mir durchaus zu. Ich sehe zum Beispiel einen Vorteil darin, wenn ein Bürgermeister nicht aus der Verwaltung kommt. Ein unverbauter Blick auf die Dinge tut oftmals gut.

Wo sehen Sie Ihre Stärken?

In der Diplomatie. Ich glaube, dass ich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gut motivieren kann und mit allen Fraktionen gut und vertrauensvoll zusammenarbeiten werde.

Wo würde ein Bürgermeister Rust die Schwerpunkte seiner Arbeit sehen?

Ich möchte in der Kernstadt und allen Ortschaften Bauland für Familien schaffen. Mir ist wichtig, dass die Betreuungseinrichtungen familienfreundlicher werden und flexible Öffnungszeiten anbieten. Ich werde unsere mehr als 100 städtischen Gebäude energetisch sanieren lassen.

Wo sehen Sie die drei dringlichsten Probleme der Stadt?

Tägliche Staus, ausufernde Schilderwälder, zu viele Ampelanlagen und gefährliche Schlaglöcher. Da müssen wir ansetzen. Wir müssen unsere Innenstadt stärken und vermehrt Kaufkraft binden. Die weitere Besiedelung des Zuckerfabrikgeländes muss vorangetrieben werden. Angesichts des demografischen Wandels werden wir neue Wohnformen und neue Möglichkeiten des Miteinanders der Generationen entwickeln.

Glauben Sie, dass Sie und die CDU von der Obi-Krise der SPD profitieren können?

Wir als CDU in Lehrte machen uns grundsätzlich keine Gedanken über die Probleme der anderen Parteien. Wir stehen zu einer verlässlichen Politik – auch in Bezug auf den Baumarkt.

Es hat unlängst mal jemand behauptet, es sei noch nie so einfach gewesen, in Lehrte Bürgermeister zu werden. Sehen Sie das auch so?

Das hängt davon ab, durch welche politische Brille man das sieht. In der Tat waren die Chancen für die CDU seit Jahrzehnten noch nie so groß. Einfach würde ich es aber nicht nennen. Und für die SPD war es vielleicht noch nie so schwer, ihren Kandidaten durchzubringen.


Mit viel Mut und Optimismus

Das Porträt: Der 38-jährige Björn Rust will für die CDU das Lehrter Rathaus erobern

Manchmal sagt Wahlwerbung doch etwas aus. Dieses Plakat mit dem Mann im Sportdress zum Beispiel, der mit einem Lächeln auf den Betrachter zuläuft. Das wirkt dynamisch, optimistisch und irgendwie mutig. Drei Eigenschaften, die man dem 38-jährigen Björn Rust, dem Mann auf dem auffälligsten Wahlplakat zur Wahl in Lehrte, kaum absprechen mag.

Diese drei Eigenschaften bewies der Mann, der für die CDU das Rathaus erobern will, schon im Vorfeld der Wahl. Als Lehrte noch rätselte, ob für die CDU Stadtverbandschef Jürgen Kelich oder doch Fraktionsvorsitzender Hans-Joachim Deneke-Jöhrens ins Rennen um das Bürgermeisteramt gehen würde, war Rust schon zur Kandidatur entschlossen – und überraschte damit seine eigene Partei. Innerparteiliche Wunden habe die Kampfabstimmung, die er gegen Kelich knapp gewann, nicht verursacht, meint Rust. Die Chance, dass ein Christdemokrat die Wahl gewinnt, sei „einmalig groß“ – von dieser Einschätzung sei nun die gesamte Lehrter CDU durchdrungen.

Die Bereitschaft, etwas Neues zu wagen und schnell Entscheidungen zu treffen, so wie bei der innerparteilichen Kandidatenkür, habe er von seinem Vater, sagt Rust. Und es sei auch sein Naturell, dass er sich für eine Sache voll und ganz ins Zeug lege. Tatsächlich: Rust kandidiert nur für das Bürgermeisteramt, nicht für den Rat. Ganz oder gar nicht.

Rust, der sich selbst als „Ur-Lehrter“ bezeichnet, den „jeder Zweite kennt“, ist vor etwa zehn Jahren eher zufällig zur Politik gekommen. Seinerzeit ging es um die Beiträge, die Bürger beim Ausbau der Rethmarstraße zahlen sollten. Rust war verärgert und hielt als Bürger eine flammende Rede im Rat. Solche Leute wie ihn brauche man in ihren Reihen, sagten Christdemokraten dem damals 28-Jährigen.

Nun, nach zehn Jahren im Rat, strebt der junge Familienvater ins höchste Amt der Stadt. Kritiker meinen, das Rathaus sei vielleicht ein etwas zu unbekanntes Terrain für den gelernten Heizungsbauer. Mut und Entschlossenheit reichten da nicht aus. Rust hingegen wertet es sogar als Vorteil, keine Verwaltungslaufbahn im Rücken zu haben. Viele Wähler fänden es „erfrischend, dass da mal jemand mit einem unverbauten Blick auf die Dinge kommt“. Entscheidend sei ohnehin, dass man als Wahlkämpfer wie als Bürgermeister auf die Leute zugehe. So wie der Mann auf dem Joggingplakat.ac

CDU DeutschlandsCDU NiedersachsenCDU Region HannoverCDU Kreisverband Hannover-LandFrauenunion LehrteJunge Union LehrteMdB Dr. Maria FlachsbarthMdL Dr. Hans-Joachim Deneke-Jöhrens
© CDU Stadtverband Lehrte 2012